René Havekost Maler / eigene Texte und Verse
 
        
Gehen ins nichts       
Was summt da zwischen Komödie und Drama     
Wächter des Zorns                    
Was interessiert uns das Gestern
Virtuelle Verblödung
Nur ein Spiel
Die Kunst ist…
Ausblick
Wem nützt der Mensch 
Lustvoller Kraftakt
Absurdistan
Kleingeister
Die Kunst von heute
Das Gesetz
Wie Glaube zur Wahrheit wird
Gutartige Trottel
    


Gehen ins Nichts
Wohin gehen wir ?
Ins Nichts ?!
In die Unendlichkeit?!
Alle Erscheinungen kommen daher,
Manifestieren sich eine Weile um dann wieder zu Verschwinden?!
Ich könnte mir den Bauch halten vor Lachen
Das Gerangelt um die vorderen Plätze hat etwas Banales
Die Suche nach dem Wunderbaren:
nur das zählt
unaussprechlich
ein glückseliges Gestotter
Tränen der Freude fließen den Bach der Ewigkeit hinauf 
und versickern im Nichts

R. Havekost 1996

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Was summt da zwischen Komödie und Drama
Oh, ein süßlich warmer Wind meine Dame.
Wer versteht denn das
Ich hacke mein Kaminholz klein
Der Fluss plätschert leise vor sich hin
Keine Hand erhebt sich.
Die Leiber der Kühe dampfen im Gras.
Der Friede hat uns eingeebnet.
Sanft flüstern wir uns zu, berühren einander kaum und  
gleiten wie in Zeitlupe dahin.
Du beißt in deinen Apfel und  1000 Gewitter brechen los

R. Havekost 2011

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Wächter des Zorns
Tag aus, tag ein toben und stampfen die Maschinen 
In den Lüften flirrt und klirrt es.  Unter deinen Füssen 
rauschen wilde Bäche.
Milliarden Botschaften werden ständig abgefeuert.
Alles wird verbraten, zermalmt, zerstoßen, verformt, 
neu verklebt, sortiert, veredelt und dann hin und her gejagt.
Eng verschweißte Kosmen hasten wie in Trance an dir vorbei
Hüte deinen Zorn, münz ihn um in Trauer. Stopf dir die 
Ohren zu und schau.
Sei ein glücklicher, denn du kannst  INNEHALTEN

R. Havekost, 2011

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Was interessiert uns das Gestern
Was interessiert uns das Gestern
Erst im Banne einer weit zurückliegenden Sache wird unser 
Interesse  für Jene wieder geweckt.
Dichtung, Lüge, Fantasia blühen auf, Mythen werden geboren.
Das Jetzt: Strafe; Zukunft: Hoffnung; die Vergangenheit, 
verklärt in Sehnsuchtswolken.

R. Havekost 1998

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Virtuelle Verblödung
Die endlosen Diskussionen
Die Meinungsvielfalt
Noch der dümmste Standpunkt wird geladen

Die Entwertung aller Werte
Ein galoppierender Hengst
Der heilige Tempel des sich nicht Äußerns?!

Alle kritischen Philosophen bewegen sich heute in der 
Nachfolge Nietzsches, 
dieses armen, unzeitgemäßen Störenfrieds, an dem man 
heute gern vorbeischielen möchte. 

R. Havekost 2010

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Nur ein Spiel
Wir kennen schon alle Argumente 
die dunklen 
die hellen                                                     
die sanften
die rohen                                                   
die blasierten
die dummen
die klugen                                                               
das Dafür und das Dagegen haben wir genügend 
abgewogen lebst du denn vom immer weiter so
und wieder steht die Mauer da
hart, unüberwindbar, mächtig; majestätisch, aus 
schwarzem Granit
Metaphysik! Geliebte! Ein Segen deine Rätsel, rufen 
sich die selbsternannten 
Wächter dicker angsteinflößender Bücher zu
Der Baum steht wie gemeißelt da  
nichts an ihm bewegt sich
nicht ein Blatt zittert
Lass das Bohren
Lass das Graben
Horizonte werden immer wieder neu gesteckt
Ein Glas Wein noch
und spiele weiter
aber vergiss nie 
Es ist nur ein Spiel, dessen Sinn verborgen.

R. Havekost 2008 

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Die Kunst ist...
Eine Droge
Die große Aufregung
Die Geliebte
Die Parteilose
Die Erregung
Das große Innehalten
Das Feuer
Der Entrückungszauber
Die Erlösung 
Die Sehnsucht des Menschen nach sich selbst
Ein gigantisches Geschäft
und was weiß ich noch alles
Wer die Kunst nicht braucht ist entweder ein Tier oder er lebt schon in ihr
Mein Gott, kaum zu ertragen, aber wahr

R. Havekost 1999

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Ausblick                                       
ja mein Lieber, wir werden älter
das revolutionäre Pathos ist verklungen
Versöhnung findet statt, mit den alten Feinden
oder ist es nur die Müdigkeit
oder Hilflosigkeit, angesichts der ewigen Wiederholungen, dieser Tragödie 
von Geburt und Tot mit all seinen Scherzen, Verrenkungen, Leid und Freud, 
dazwischen.
Der klare Sternenhimmel, das leise Summen des NICHTS dahinter, jenes 
Unfassbare, nicht zu Begreifende, uns Motor und zugleich Antrieb, wer 
weiß schon, wie lange noch, ist mir Trost.

R. Havekost 2010
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Wem nützt der Mensch    
Pflanzen und Tiere sind  weder gut noch schlecht. Bestimmt sind 
sie nützlich. Das ist aber relativ. Wem nützt der Mensch. Die 
Kette scheint da irgendwie zu Ende. Vielleicht ist er ein 
Kunstwerk, das ja bekanntlich keinen Nutzen 
(im herkömmlichen Sinne) hat. Da stellt sich aber noch die 
leidige Frage nach dem Schöpfer dieses Werkes. Na ja, für 
derartige Probleme haben wir ja zum Glück den Papst und 
ähnliche Vertreter.

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Lustvoller Kraftakt 
Meine Arbeit, ein ständiges Ankämpfen gegen den Schlaf, 
mitunter, ein lustvoller Kraftakt das Hiersein zu ertragen. 
Alles Andere ist zweitrangig, falls darüber hinaus noch 
große Botschaften erwartet werden.

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Absurdistan 
Der Antidiskriminierungs-Wahnsinn.
Stelle dir vor, jeder diskriminiert jeden.
Man könnte wohl sein Haus nicht mehr verlassen, es sei denn, 
wir wären alle Anwälte.

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Kleingeister
Ständig wollen irgendwelche Kleingeister andere Kleingeister 
zum Nachdenken anregen.

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Die Kunst von heute
Die Kunst von heute hat tendenziell die Jobs von 
Verhaltenstherapeuten, Sozialarbeitern und Soziologen 
übernommen. Dazwischen turnen ein paar Clowns herum, zur 
allgemeinen Unterhaltung und Belustigung einer satten 
Kulturschickeria.

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Das Gesetz
Das Gesetz steht über dem Menschen, oder doch nicht? Das lässt 
sich wohl nicht so einfach beantworten, es sei denn, man ist 
Politiker oder Priester.

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Wie Glaube zur Wahrheit wird
Wenn es viele, gar Milliarden werden, die an etwas glauben, 
wird der Glaube immer mehr zur Wahrheit und nur wenige 
gebrauchen noch ihren eigenen Verstand. Ein typisches 
Massenphänomen.

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Gutartige Trottel
Ein Grossteil der Menschen im so  genannten goldenen Westen 
wird zu gutartigen Trotteln erzogen, damit ein kleiner 
raffinierter Teil unter dieser Decke, fast gefahrlos seine 
Schurkereien treiben kann. 
Eine Medizin zur Steigerung der Abwehrkräfte dagegen, wäre 
jetzt von Nöten.


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